Jean Reno (2016)

Jean Reno (* 30. Juli 1948 als Juan Moreno y Herrera Jiménez[1] in Casablanca, Marokko) ist ein französischer Schauspieler.

Leben

Bearbeiten

Jean Reno wurde am 30. Juli 1948 als Sohn eines aus Sanlúcar de Barrameda stammenden Arbeiters und einer aus Jerez de la Frontera stammenden Schneiderin, die vor dem Franquismus aus Spanien zunächst nach Marokko fliehen konnten, als Juan Moreno y Herrera Jiménez in Casablanca geboren. Im Alter von zwölf Jahren wurde er von seiner Familie für zwei Jahre auf eine Schule in Montpellier geschickt. In Marokko besuchte er daraufhin eine Schauspielschule.

Im Alter von 19 Jahren wurde er in die französische Armee eingezogen, nachdem seine Eltern die französische Staatsangehörigkeit erhalten hatten. Während seines Wehrdienstes war er in Wittlich stationiert, wo er ein wenig Deutsch lernte. Nach dem Ende seines Militärdienstes zog er zu einem Freund nach Paris, wo er sich mit Gelegenheitsjobs und gelegentlichen Theater- und Fernsehauftritten über Wasser hielt. 1979 erhielt er erstmals eine winzige Nebenrolle in einer großen Filmproduktion (in Constantin Costa-GavrasDie Liebe einer Frau mit Yves Montand und Romy Schneider). Es folgten weitere Kurzauftritte (Die Spaziergängerin von Sans-Souci, Unsere Geschichte). Von nun an konzentrierte er sich vollends auf seine Schauspielkarriere und tourte mit Didier Flamands Theatergruppe durch Europa.

Im Jahr 1981 freundete er sich mit dem Regisseur Luc Besson an und erhielt erst kleine (in Subway) und bald größere Rollen in dessen Filmen. Der internationale Durchbruch erfolgte 1988 mit Bessons Im Rausch der Tiefe (Le Grand Bleu). Für seine Darstellung des Apnoetauchers Enzo Molinari wurde er mit einer Nominierung für den Filmpreis César als Bester Nebendarsteller bedacht.

Im selben Jahr trennte er sich von seiner ersten Frau, Geneviève, mit der er zwei Kinder hat.

In seinem nächsten Film mit Besson, dem düsteren Thriller Nikita (1990), tauchte er in einer Nebenrolle als abgebrühter Auftragskiller Victor auf und legte damit einen Grundstein für seine spätere Hauptrolle in Bessons Léon – Der Profi, in dem er diese Figur verfeinerte. Besson förderte Renos Karriere, von der sonst kein Regisseur Notiz nahm. Im Jahr 1993 wechselte er jedoch das Genre und spielte neben Christian Clavier die zweite Hauptrolle in der Zeitreise-Komödie Die Besucher. Der Film wurde mit über 13 Millionen Besuchern zu einem der größten Kinoerfolge in Frankreich. In seinem Heimatland war Jean Reno bereits ein Star, aber erst mit Léon – Der Profi wurde er auch international bekannt. An der Seite von Natalie Portman und als Gegenspieler von Gary Oldman spielte er den wortkargen und zurückgezogen lebenden Auftragskiller Léon, der im Verlauf des Films zum Ersatzvater und Beschützer der verwaisten Mathilda reift.

Es folgen Rollenangebote aus Hollywood, und Reno übernahm von nun an größere Rollen in US-amerikanischen Filmen (z. B. Mission: Impossible an der Seite von Tom Cruise), kehrte aber regelmäßig zu französischen Filmen zurück. So spielte er zum Beispiel 2000 sowohl im Thriller Die purpurnen Flüsse als auch in der französischen Fortsetzung zu Die Besucher (Die Zeitritter) mit. In einem Interview im Jahre 2000 betonte er seine „Strategie“, für jeden Hollywood-Film einen französischen Film zu machen.

Ein Merkmal seiner Darstellung introvertierter Figuren umschreibt er wie folgt: „Ich lasse immer einen kleinen Raum zwischen den Gefühlen. Darin können dann Zwischentöne entstehen.“

Jean Reno mit seiner dritten Ehefrau Zofia Borucka (2010)

Im November 1999 wurde er für seine Verdienste um den französischen Film von Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 2004 erfolgte die Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion.

Reno war in zweiter Ehe ab 1996 mit dem Model Nathalie Dyszkiewicz verheiratet. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor. Reno lebt abwechselnd in Paris und Los Angeles.

Für seine dritte Eheschließung am 29. Juli 2006 in Les Baux-de-Provence mit dem 23 Jahre jüngeren, schauspielernden Model Zofia Borucka hatte er sich prominente Trauzeugen ausgesucht, den damaligen Innenminister und späteren Staatspräsidenten Frankreichs, Nicolas Sarkozy sowie den Sänger Johnny Hallyday. Mit Zofia wurde Reno Vater von zwei weiteren Söhnen.[2]

Neben Französisch spricht er noch Spanisch, Englisch und Italienisch sowie Arabisch.

Im Deutschen wurde Reno von 1994 bis 2020, bis auf wenige Ausnahmen, von Joachim Kerzel synchronisiert.

Filmografie

Bearbeiten

Auszeichnungen

Bearbeiten

Europäischer Filmpreis

  • 2000 ausgezeichnet für Herausragende Leistung eines Europäers im Weltkino

DIVA-Award

  • 1999

César

Spiele

Bearbeiten
Bearbeiten
Commons: Jean Reno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Bearbeiten
  1. www.imdb.com.
  2. Jean Reno, das markante Gesicht aus Frankreich. Abgerufen am 7. Juli 2020.

📚 Artikel Terkait di Wikipedia

Blue Ribbon Award

Sanada Hiroyuki in Bokura wa minna ikite iru Beste Hauptdarstellerin: Ruby Moreno in Tsuki wa dotchi ni dete iru Bester ausländischer Film: Jurassic Park

Maresa Sedlmeir

Liv und Maddie 2014: als Kayla Morgan in Halfpipe Feeling 2014–2017: als Ruby in Agents of S.H.I.E.L.D 2015: als Mal in Descendants – Die Nachkommen 2017:

Japanese Academy Award/Beste Hauptdarstellerin

no hashi Shima Iwashita für Shin gokudo no onna-tachi: Kakugoshiiya Ruby Moreno für Wo liegt der Mond? Isako Washio für Waga ai no uta – Taki Rentaro

The Neon Demon

Los Angeles gezogen. Bei ihrem ersten Fototermin lernt sie die Visagistin Ruby kennen, die sie mit den beiden Models Sarah und Gigi bekanntmacht. Die beiden

Rave On

Der in der Berliner Technoszene spielende Musikfilm mit Aaron Altaras, Ruby Commey und June Ellys Mach in den Hauptrollen und den DJs Hieroglyphic Being

Kennedy-Center-Ehrungen

Lynn, Mike Nichols, Itzhak Perlman 2004: Warren Beatty, Ossie Davis und Ruby Dee, Elton John, Joan Sutherland, John Williams 2005: Tony Bennett, Suzanne

SAG-AFTRA Life Achievement Award

Elizabeth Taylor 1999: Kirk Douglas 2000: Sidney Poitier 2001: Ossie Davis und Ruby Dee 2002: Ed Asner 2003: Clint Eastwood 2004: Karl Malden 2005: James Garner

Kerstin Sanders-Dornseif

Sybil Danning als Eva Swenson 1990: Hart aber herzlich – Martine Beswick als Ruby Braff 1993: Wild Palms – Angie Dickinson als Josie Ito 1997–1998: Friends