José Agostinho (1945)

José Agostinho (* 1. März 1888 in Angra do Heroísmo, Azoren, Königreich Portugal; † 17. August 1978 ebenda) war ein portugiesischer Militär, Meteorologe, Naturforscher und Populärwissenschaftler. Er interessierte sich für Aerologie, Magnetismus, Klimatologie, Seismologie, Vulkanologie, Tektonik, Ornithologie, Botanik, Linguistik, Literatur, Geschichte und Geographie.[1]

Werdegang

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Agostinho absolvierte seine Schulausbildung in seinem Geburtsort und in Lissabon. Als Freiwilliger trat er am 8. Juni 1904 der portugiesischen Artillerie bei. 1913 wurde er nach Abschluss des Artilleriekurses vom Alferes zum Leutnant und 1916 zum Hauptmann befördert. Am 21. Februar 1917 wurde er als Teil des Portugiesischen Expeditionskorps in den Ersten Weltkrieg nach Frankreich geschickt. 1918 kommandierte er die 1. Gebirgsartillerie-Batterie. 1920 erhielt Agostinho den Dienstgrad eines Majors und 1931 wurde er zum Oberstleutnant befördert.[1]

Nach seiner Rückkehr aus Frankreich wurde Agostinho von Afonso Chaves, dem Direktor des Wetterdienstes der Azoren, eine Stelle am Observatorium auf São Miguel angeboten. Agostinho nahm diese an. 1924 schloss er sein parallel absolviertes Studium als Bauingenieur ab und übernahm nach dem Tod von Chaves die Leitung des Wetterdienstes. 1956 wurde die Organisationsstruktur des Dienstes geändert und Agostinho wurde Leiter der Regionalabteilung der Azoren des Nationalen Wetterdienstes. Hier blieb er im Amt, bis er 1958 die Altersgrenze erreichte.[1]

1928 wurde Agostinho vom Generalrat des Bezirks Angra do Heroísmo in die Bildungskommission berufen. Zwischen 1923 und 1936 war er als Aushilfslehrer am Gymnasium von Angra do Heroísmo tätig. 1937 war Agostinho offizieller Regierungsdelegierter bei der Tagung der Internationalen Meteorologischen Organisation in Salzburg und 1939 portugiesischer Delegierter bei der Versammlung der Internationalen Geodätischen und Geophysikalischen Union in Washington. 1946 hatte Agostinho nach Gründung des Luftwaffenstützpunkts in Lajes außerdem die Leitung des dortigen Wetterdienstes inne.[1]

Wirken

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Agostinho entwickelte das Reflexionsnephoskop (José-Agostinho-Nephoskop). Er gründete die Sociedade Afonso Chaves und war mehrere Jahre ihr Direktor. Ab 1934 gab Agostinho die Zeitschrift Açoreana heraus, in der er klimatologische Studien veröffentlichte. 1942 war er Gründungsmitglied des Instituto Histórico da Ilha Terceira und von 1955 bis 1975 auch dessen Leiter. Im Boletim do Instituto veröffentlichte Agostinho Studien zur Geschichte der portugiesischen Entdeckungsreisen nach Nordamerika.[1]

1956 war Agostinho Mitgründer des Instituto Açoriano de Cultura und arbeitete an den Semanas de Estudo mit. Auch Beiträge für die Grande Enciclopédia Portuguesa e Brasileira und der Encyclopædia Britannica und diversen Zeitungen und Zeitschriften verfasste er, vor allem über die Azoren. Im Rádio Clube de Angra hielt Agostinho populärwissenschaftliche Vorträge.[1]

Ehrungen

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Agostinho war Ritter des Turm- und Schwertordens mit Palme, Großoffizier des Ordens des heiligen Jakob vom Schwert, Träger des Kriegskreuzes 1. Klasse, Kommandeur des Ordens von Avis, Offizier des Christusordens und Offizier des Order of the British Empire. Von der Gemeinde Angra do Heroísmo erhielt er die Goldmedaille mit Kette.[1]

Das Nationale Meteorologische Observatorium und eine Grünanlage (Jardim José Agostinho) in Angra do Heroísmo ist nach Agostinho benannt.[1] Ebenso Rubia peregrina subsp. agostinhoi, eine Unterart des Kletten-Krapps, die er 1964 entdeckte.[2]

Veröffentlichungen (Auswahl)

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Einzelnachweise

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  1. a b c d e f g h José Agostinho. In: Enciclopédia Açoriana. Direção Regional da Cultura, abgerufen am 15. April 2026 (portugiesisch).
  2. The International Plant Names Index: Datenblatt Rubia agostinhoi

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1958, S. 401–416 (englisch).  – New Parline: the IPU’s Open Data Platform (beta). In: data.ipu.org. 3. April 1930, abgerufen am 7. Oktober 2018 (englisch)

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